Logopädie für Erwachsene in Wiesbaden

Leistungen

Stimmtherapie für Trans*

Die eigene Stimme und Sprechweise sind wesentliche Merkmale der Identität. Nicht umsonst wird die Stimme als sekundäres Geschlechtsmerkmal bezeichnet: um ein vollständiges Passing zu erreichen, ist es wünschenswert, dass die Stimme der Persönlichkeit und dem Geschlecht entspricht.

Definition: Differenzierung zwischen weiblichen und männlichen Stimmen

Eine weibliche und eine männliche Stimmgebung ist grundsätzlich durch die Tonlage, auch Mittlere Sprechstimmlage genannt, zu unterscheiden. Cis-Frauen sprechen durchschnittlich im Bereich von 175 Hz und Cis-Männer ca. 87 Hz (Wilde, 2018). Doch auch Faktoren wie Sprechmelodie, Lautstärke und Resonanz spielen aus stimmlicher Sicht eine wichtige Rolle zur auditiven Unterscheidung zwischen den Geschlechtern. Verschiedene Studien ergaben, dass es für den Höreindruck ausreicht, wenn trans* Frauen im genderneutralen Bereich von ca. 146 – 175 Hz (d – f) sprechen.
Des Weiteren unterscheiden sich die männlichen und weiblichen Kommunikationsmuster durch nicht-stimmliche Parameter wie zum Beispiel Gestik und Mimik.

Stimmtherapie für trans* Frauen

Die Wirksamkeit von logopädischer Therapie zur Unterstützung des Passings für trans* Frauen wurde bereits anhand verschiedener Studien nachgewiesen. Im deutschen Sprachraum hat sich besonders das Therapiekonzept der LaKru® Stimmtransition (Kruse, Lascheit und Houben, 2016) durchgesetzt. Die Therapie wird in Anlehnung an dieses Konzept durchgeführt. Ziel der Stimmtransition ist es, der Muskulatur des anatomisch männlichen Stimmapparats weibliche Funktionen anzutrainieren, sodass ein weiblicher Stimmklang entsteht. Dafür wird aktiv an einer Erhöhung der mittleren Sprechstimmlage in den genderneutralen Bereich von 165 Hz sowie an weiblich stimmlichen, sprachlichen und non-verbalen Kommunikationsmustern gearbeitet.
Letztendlich werden die Übungen auf Alltagssituationen übertragen, sodass ein Transfer der erarbeiteten stimmlichen Muster gewährleistet wird.
Die stimmlichen Ziele werden anhand der Anamnese gemeinsam mit der Klientin bestimmt, sodass diese sich mit ihrer Stimme wohlfühlen kann und das Passing im Alltag durch das stimmliche Auftreten unterstützt wird.

Stimmtherapie für trans* Männer

Die Mittlere Sprechstimmlage wird bei trans* Männern zumeist durch die Einnahme von Testosteron abgesenkt, sodass die Stimme allein von der Tonhöhe her dem Geschlecht entspricht. Dennoch kann innerhalb der logopädischen Therapie auch an einem männlichen Stimmklang und an einer männlichen Sprechweise gearbeitet werden.
Des Weiteren können durch die Einnahme des Hormons Testosteron Missempfindungen im Hals entstehen, was sich unter anderem in Heiserkeit äußern kann. In diesem Fall wird in der logopädischen Therapie eine physiologische Stimmgebung erarbeitet (siehe Dysphonie/Stimmstörung).

Eine weitere Option ist das Antrainieren eines männlichen Stimmklangs ohne die Einnahme von Testosteron, falls die Einnahme des Hormons im Rahmen der Transition (noch) nicht möglich oder nicht gewollt ist. Dabei wird stets darauf geachtet, dass die Stimme gleichzeitig ein gesundes Klangmuster beibehält und keine Stimmstörung antrainiert wird.
Auch bei trans* Männern werden die stimmlichen Ziele anhand der Anamnese gemeinsam mit dem Klienten bestimmt, um ihn in seinem Passing zu unterstützen und eine gesunde Stimmgebung zu ermöglichen.

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